13. September: Nashville

Heute haben wir einen kleinen Ausflug gemacht zu einer weiteren Drehort der Fernsehserie Nashville, doch zuvor taten wir etwas gänzlich anderes:

Direkt zu Beginn unserer Reise hörten wir im Radio, dass Dolly Parton am 25. August verstorben war. „Hörten“ ist allerdings völlig untertrieben, denn Dolly Parton ist hier drüben sowas wie ein Nationalheiligtum und alle Medien berichteten tagelang gefühlt über nichts anderes. Radiosender änderten ihre Playlisten und spielten nonstop Musik von Dolly und sogar Donald Trump ordnete eine einwöchige Trauerbeflaggung an.

Und alle, wirklich alle beteiligten sich daran: egal, ob an offiziellen Gebäuden, in privaten Gärten oder die riesigen Flaggen der Autohäuser: jede wehte auf Halbmast!

Vorgestern bemerkte Nadine dann, dass Dolly Parton in Nashville beigesetzt worden war – genauer gesagt nur wenige Minuten von unserem aktuellen Haus entfernt. Deshalb beschlossen wir, ihre letzte Ruhestätte aufzusuchen. Nicht aus touristischen Gründen, sondern einfach, weil wir die Geschehnisse so direkt vor Ort mitbekommen haben.

Dolly wurde in einem Wandgrab innerhalb des Mausoleumskomplexes auf dem Woodlawn Memorial Park beigesetzt- neben ihrem Mann, der nach fast 59 Jahren Ehe im letzten Jahr verstoben war.

Krypta-Bestattungen, also die Beisetzung in einem Wandgrab in einem für diesen Zweck errichteten Gebäudes (Mausoleum) sind in den USA nicht unüblich. Aber tatsächlich war es für uns doch etwas befremdlich, durch ein klimatisiertes Gebäude mit Marmorreihen und Gedenktafeln zu gehen, es war trotzdem ein sehr schöner, stilvoller Ort.

Nach dieser – stillen – Erfahrung fuhren wir anschließend in die 17 Minuten entfernte Boscobel Street im östlichen Nashville.

Hier stehen direkt zwei Häuser (praktischerweise nebeneinander), die als Außenkulisse für die Serie Nashville verwendet wurden und die die Wohnhäuser der Filmfiguren Deacon Claybourne und Scarlett O’Connor darstellten.

Funfact: in der Serie wird die Tatsache, dass die Häuser direkt nebeneinander stehen, nicht übernommen: Sprich: Scarlett und Deacon sind keine Nachbarn! Deshalb wurden die Kameraeinstellungen auch stets so gewählt, dass man nicht das jeweils andere Haus, bzw. die wiedererkennbaren Bereiche sieht.

Die Rückfahrt zu unserem Haus war dann allerdings deutlich….. abenteuerlicher.

Denn die Boscobel Street liegt in unmittelbarer Nähe zum Nissan Stadium, Nashvilles NFL-Football-Stadion – und es war Saisonauftakt der Tennessee Titans gegen die New York Jets. Und wir gerieten genau in den Abreiseverkehr, so dass sogar an einem Sonntag absolutes Verkehrschaos herrschte.

Einhellige Meinung im Großraum Tennessee ist übrigens „Wenn man den Verkehr von Nashville übersteht, übersteht man alles“ (zumindest hört man es so regelmäßig im Radio).

Ach ja: wir brauchten übrigens knapp anderthalb Stunden zurück.

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