Der heutige Beitrag wird leider etwas kürzer, denn leider haben wir bei der Wahl auf unsere Freizeitgestaltung auf’s falsche Pferd gesetzt und viel zu viel Zeit im Auto für viel zu wenig Freizeitwert verbracht.
Dank unseres gestrigen, äußerst interessanten Gesprächs mit dem netten Herrn im Welcome Center hatten wir für heute eine sehr große Auswahl an Infomaterial, dessen Studium wir heute nach dem Frühstück vornahmen. Viele der Möglichkeiten lagen leider in einem recht großen Radius um Des Moines, allerdings lagen zwei Objekte so günstig zueinander, dass wir die gut 60 Minuten Fahrt je Richtung in Kauf nahmen.
Bei dem ersten Objekt handelte es sich um die Boone Scenic Valley Railroad, eine alte Bahnstrecke, die täglich mit historischen Zügen befahren wird. Hier war jedoch nicht die Mitfahrt für uns interessant, sondern die Tatsache, dass die Fahrt über eine alte Eisenbahnbrücke führt, die hoch über einer Schlucht liegt – Perfekter Einsatz für meine Drohne also, um ein paar unvergleichliche Bilder zu bekommen.
Zu diesem Zweck fuhren wir zu einem winzig kleinen Ort- den Sauerländern unter unseren Mitlesern können wir als Vergleich die Größenordnung „Hespecke“ präsentieren, Hespecke jedoch kann zumindest geteerte Straßen vorweisen. Und einen Ortsnamen!
Dieser Ort hatte einen Straßennamen.
Leaf Road, Boone.
Und er lag vis-a-vis zur Bass Point Creek High Bridge auf der anderen Seite des Des Moines River und war somit prädestiniert für unser Vorhaben.
Die tägliche Zugabfahrt findet laut Webseite um 13:30 Uhr statt und aufgrund der relativ geringen Distanz zwischen Bahnhof und Brücke hatten wir etwa 13:40 Uhr für den Moment der Überquerung berechnet. Offenbar sind historische, amerikanische Züge aber mit der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn vergleichbar, denn es kam und kam nichts.
Problem daran war, dass ich die Drohne bereits in Brückennähe in der Luft „parken“ musste, da ich selbst keine direkte Sicht auf diese hatte. Aber eine Drohne hat drei große Endgegner: Strommangel, Regen und Vogelangriffe.
Und dummerweise hatte unsere kleine Drohne mit allen dreien zu kämpfen:
Während der Wartezeit musste ich tatsächlich zwei Mal wegen fallender Regentropfen zurückfliegen und pausieren (was ich dann bei der zweiten Landung zum Akkuwechsel nutzte).
Zusätzlich kreisten extrem viele größere Greifvögel in unserer Nähe und für diese sind Drohnen ein direktes Angriffsziel! Tatsächlich hätte es auch meine Drohne während der Wartezeit fast ein Mal erwischt, denn ein Falke nahm direkten Kurs auf mein Fluggerät und nur durch eine schnelles Aufsteigen (was zu einer extrem deutlichen Frequenzänderung der Rotoren führt) konnte ich den Vogel irritieren und er drehte ab.
Glücklicherweise sagte Nadine nach der zweiten Landung, als ich quasi schon „eingepackt“ hatte und abfahren wollte „Ne, wir bleiben jetzt noch ein paar Minuten – der MUSS doch kommen“. Und sie sollte recht behalten:
Als zweites Ziel hatten wir uns den Ort Jefferson vorgenommen, da der Herr uns gestern eine schöne Geschichte über einen dortigen, hohen Glockenturm erzählt hatte (Kurzform: Vermögender Industrieller hatte in seinem Testament der Stadt einen Aufzug für ihr Rathaus versprochen- aber nur dann, wenn die Stadt dafür im Gegenzug einen 14-stöckigen Glockenturm zu seinen Ehren auf dem Platz gegenüber des Rathauses genehmigt. Fazit: die Stadt hat jetzt einen Fahrstuhl im Rathaus und der Industrielle seinen Erinnerungsglockenturm).
Leider war die Stadt Jefferson nicht sooooo interessant – und der Tum ebenfalls nicht. Wir machten ein Foto und fuhren wieder in Richtung Heimat. Auf dem Rückweg wollten wir allerdings noch die Reiman Gardens, einen botanischen Garten der Iowa State University besuchen. Da wir aber erst relativ kurz vor Schließung dort eintragen, war uns ein Eintrittspreis von 12 Dollar pro Person für einen kurzen Spaziergang irgendwie nicht wert.
Also ging es noch schnell zu Walmart, um etwas für’s Abendessen zu holen und dann ging es zurück in unser 1947-Haus, wo wir nun noch etwas die Füße hochlegen und darauf warten, dass unsere Wäsche endlich fertig ist 🙂

