Heute war wieder ein richtig guter Tag, der mit einem königlichen Frühstück startete: frische Zimtwaffeln mit Zuckerguss aus dem Backofen! Diese hatten wir damals während unserer ersten amerikanischen Weihnachten in Greenbay entdeckt und seither nirgends mehr finden können.
Als wir sie dann vorgestern im Walmart sahen, war natürlich klar, dass „im Kühlregal lassen“ keine Option war! 🙂
Für den Vormittag hatten wir uns dann vorgenommen, ein wenig durch ein ruhiges Viertel von Minneapolis zu spazieren. Hauptziel hierbei war ein kleiner Kinderbuchladen (ja, richtig gelesen), der aber aufgrund u.a. der beiden zum Inventar gehörenden Hauskatzen zu einer kleinen touristischen Berühmtheit avanciert ist.
Tatsächlich war der Laden (trotz Anwesenheit vieler Kinder) absolut bezaubernd und unzählige Bücher kindgerecht und ansprechend arrangiert. Es gab eine kleine Halloweenecke, eine Zauberecke und einen Bereich zum Kreativsein, dazu verschiedene Leseecken, wo die Großen den Kleinen Bücher vorlesen konnten- und natürlich die beiden Stubentiger, die sich bereitwillig streicheln ließen.
Wenn es überhaupt eine Art gibt, Kindern zum lesen zu animieren: dann genau so!
Direkt um die Ecke befand sich dann noch ein nicht minder bezaubernder Spielzeugladen, der nicht nur das übliche Markenspielzeug verkaufte, das man quasi überall findet, sondern sich offenbar auf besondere Spielideen fokussierte, die man eben nicht überall sieht. Es machte riesigen Spaß, durch die kleinen Gänge des überraschend großen Ladens zu streifen und überall kreative, niedliche und einfach nur schöne Spielsachen zu entdecken.
Nach gut einer halben Stunde verließen wir den Laden mit zwei kleinen Andenken, um wieder in Richtung Heimat zu rollen.
Zuvor machten wir aber noch einen kleinen Abstecher an den Lake Harriet, den wir auf dem Hinweg im Vorbeifahren entdeckt hatten, und an dessen Ufer wir bei strahlendem Sonnenschein ein paar Schritte laufen wollten. Das taten wir dann auch und auch dieser Fleckchen Erde war es wert, entdeckt zu werden.
Auf dem Rückweg zum Auto hörten wir dann ein Quietschen und Rumpeln, gefolgt von einem kurzen Glockenläuten- und dann sahen wir zwischen den Bäumen eine historische Straßenbahn vorbeirollen. Die wollten wir uns dann direkt mal aus der Nähe ansehen! Als wir am Bahnsteig ankamen, wurden wir direkt von einem älteren Herrn begrüßt, der Teil des Fahrdienstes war. Dieser erklärte uns, dass dieses Street Car eine von zwei noch existierenden Triebwagen ist und inzwischen stolze 118 Jahre alt ist.
Und zum Preis von gerade mal drei Dollar je Ticket bekamen wir unsere Fahrttoken und stiegen für ein kleine Rundfahrt ein. Ein ähnliches Street Car hatten wir vor Jahren ja bereits in New Orleans genutzt, dort allerdings noch im richtigen Straßenbahnbetrieb. Diese Bahn hier war vielmehr ein rollendes Museumsstück, dessen Geschichte uns von den drei ehrenamtlichen Mitarbeitern mit viel Engagement nähergebracht wurde und ausschließlich auf einem kleinen Streckenabschnitt entlang des Sees verkehrte.
Nach einer kurzen Mittagspause zu Hause machten wir uns auf den Weg zum Can Can Wonderland, einer Mischung aus Arcadespielhalle und Erlebnisminigolf. Dieses hatte Nadine beim durchstöbern eines Visitor’s Guide über Minneapolis & Saint Pauls entdeckt.
Nur wenig später befanden wir uns in einer alten Fabrikhalle zwischen Flippertischen, Arcade-Spielautomaten und historischer Spielapparaturen, die man nach Zahlung eines recht geringen Eintrittspreises alle vollkommen kostenlos nutzen konnte. Man fühlte sich ein wenig zurückversetzt in die Anfänge 80er Jahre, wo es derartige Spielhallen in den USA an jeder Ecke gab. Die Geräuschkulisse war eine Mischung aus Gewinnerjubel, dem mechanischen Klackern verschiedener Flipper und elektronischer Computertöne.
Nachdem wir uns quer durch die Automaten probiert hatten, mussten wir selbstverständlich noch eine Runde Erlebnisminigolf spielen – und die 18 Bahnen hatten es echt in sich: nicht nur, dass sie mit sehr viel Kreativität gestaltet waren, sie waren auch teils äußerst anspruchsvoll: so mussten man bei einer Bahn zB seinen Golfschläger auf einem Billardtisch wie einen Queue verwenden oder den Ball mit einem Baseballschläger spielen.
Gut drei Stunden später machten wir uns auf den Heimweg – und hier sind wir nun dabei, uns auf die morgige Abreise vorzubereiten. Leider! Denn Minneapolis hat sich für uns von seiner schönsten Seite gezeigt und es wird uns schwer fallen, unser schönes AirBNB jetzt schon wieder aufzugeben 🙂








