04. September: Wichita

Heute war ein TIERISCH GEILER TAG!

Vor einiger Zeit habe ich beim Scrollen durch Facebook ein Video von einem Wildtierpark gesehen, in dem man Ottern begegnen konnte. Interessanterweise war dieser Wildtierpark jedoch nicht wie sonst üblich in Neuseeland, Afrika oder sonstwo auf der Welt, sondern lag in Wichita, Kansas!
Tja, und genau das ist der Grund, warum unsere Route über diesen Ort führt, denn Otter wollten wir schon immer mal persönlich kennenlernen und haben deshalb bereits vor Monaten Tickets für den Tanganyika Wildlife Park und die Otter Meet and Greet Experience gebucht.

Ok, ich muss erwähnen, dass es kein günstiges Vergnügen ist und wir lange überlegt haben, ob wir es wirklich tun sollen. Nur zur Einordnung: alleine der Eintrittspreis für den Park selbst liegt bei 150 US-Dollar PRO PERSON. Das ist mehr als das Siebenfache der Tageskarte für den Kölner Zoo.

Tatsächlich muss man aber sagen: dieser Park ist auch kein einfacher Zoo, sondern ein unglaublich schön angelegter Wildtierpark, in dem Tierschutz den höchsten Stellenwert hat. Diese Tatsache ist uns immer wieder an verschiedenen Stellen aufgefallen, auch im Gespräch mit einigen der (wirklich vielen) anwesenden Tierpfleger.

Ehrlich gesagt waren wir etwas in Sorge, nein – wir befürchteten geradezu, dass wir in einem amerikanischen „Freizeitpark mit Tieren“ vergleichbare Zustände wie auf der Minnesota State Fair erleben würden (ich hatte es ja bereits im zugehörigen Beitrag vom 28. August bewusst nur abstrakt erwähnt), aber nicht so im Tanganyika Wildlife Park!

Die Tierpflegerin, die z.B. unser Otter-Meet-and-Greet geleitet hat erklärte uns, dass die Otter die freie Wahl haben, ob sie heute Besucher sehen möchten. Hierfür müssen sie an mehreren Stellen selbstständig die Entscheidung treffen „Ja, ich gehe weiter“. In unserem Fall entschieden sich nur zwei Otter für das Meet-and-Greet, der dritte hatte schlicht keine Lust.
Es sind aber auch die Otter, die darüber entscheiden, wann das Treffen vorbei ist, da sie selbst hinter sich die Tür zu den Transportkäfigen schließen (was übrigens gaaaaanz bezaubernd aussieht). Und tatsächlich hatte Wasabi (so heißt Otter 2) beim ersten Anlauf noch gar keine Lust, uns wieder zu verlassen und wollte lieber noch eine Runde spielen. Soooo ein Pech für uns 🙂


Durch das recht hohe Preisniveau des Parks setzt dieser bewusst auf eine begrenzte Tageskapazität und ist deshalb nicht hoffnungslos überlaufen wie zum Beispiel ein normaler Zoo:

Wir waren an einem Freitag bei strahlendem Sonnenschein vor Ort und es waren großzügig gerechnet etwa 100 Besucher dort. Gut, es ist Labor Day Weekend (langes Feiertagswochenende in den USA), was den üblichen Tagesschnitt durchaus etwas reduzieren dürfte, aber dennoch: wirklich voll wird es hier nur selten sein!

Und noch etwas ist anders: durch die absichtlich geringe Besucherzahl ist ein viel privaterer, näherer Kontakt mit den Tieren möglich OHNE (und das ist absichtlich groß geschrieben) dass es zum Leidwesen der Tiere geht! Alle Tiere können zu jeder Zeit frei entscheiden, ob sie bei einem sein wollen oder sich zurückziehen wollen – und bei jeder direkteren Interaktion mit den Tieren ist stets ein Pfleger vor Ort.

Vor jedem Kontakt wird einem genau gesagt, was erlaubt ist und was nicht (zB ist „aktives Streicheln“ bei Ottern und Lemuren tabu, bei anderen Tieren wird genau auf Händedesinfektion geachtet) und wie man idealerweise zu einem für beide Seiten angenehmen Erlebnis kommt. Aber dann kommt man vielen Tieren, die man in einem Zoo nur aus der Ferne beobachten kann, auf eine ganz besondere Art und Weise nahe und kann ganz bezaubernd auf Tuchfühlung gehen:

Wir haben gefüttert:
eine Giraffe, ein Flusspferd, Schildkröten, Allfarbloris (eine Papageienart) und Kois

Wir haben gestreichelt:
Ziegen, Känguruhs, eine Schlange und Quallen

Wir selbst waren Futter für:
Doktorfische (die knabbern einem abgestorbene Hautschuppen von der Haut, kribbelt irgendwie)

Wir waren Klettergerüst für:
Lemure und Otter

Wir waren tatsächlich von 10:00 Uhr morgens bis zur Parkschließung um 16:00 Uhr unterwegs und es war zu keiner Zeit langweilig. Besonders gefallen hat uns nicht nur, dass so viele Pfleger vor Ort waren und einem freundlich Fragen beantwortet haben: uns gefiel auch das einfache Konzept des halbstündlichen Wechsels: die einzelnen Tierbereiche waren immer nur für eine halbe Stunde begehbar (um z.B. die Kängeruhs zu streicheln). In dieser Zeit war dann auch ein Pfleger vor Ort. Dann wurde der jeweilige Bereich wieder geschlossen und man konnte die Tiere nur von Außen beobachten. Gleiches galt für die Fütterungen. Das entzerrte die eh schon überschaubare Besucherzahl noch weiter, da man nicht zu einer bestimmten Zeit X irgendwo sein musste, sondern einfach ne halbe Stunde später nochmal vorbeischauen konnte.

Das Parkgelände selbst war wirklich sehr schön angelegt mit vielen geschwungenen Wegen, einem großen vollständig durch den Park fließenden künstlichem Flusslauf, großen Bäumen und – wo möglich – natürlichen Barrieren statt starrer Zäune.
Zusätzlich befanden sich zwei Restaurantbereiche und mehrere Getränkestationen, sowie ein Wasserpark und Klettergerüst für Kinder auf dem Gelände.

Besonders schön: im Eintrittspreis sind ein Mittagessen (das tatsächlich erstaunlich gut war und weit entfernt von 0815-Fastfood lag), sowie sämtliche Getränke und verschiedene Snacks bereits enthalten. Man kann also zu jeder Zeit einfach an die Getränkestation gehen und sich eine eisgekühlte Dr Pepper zapfen.

Fazit: der Tanganyika National Park war einfach nur traumhaft!!!

Für den Tagesabschluss besuchten wir dann noch kurz ein anderes, klitzekleines, persönliches Highlight:

Den aller-allerersten Pizza Hut. Genaugenommen das Gebäude, in dem 1958 von den Brüdern Dan und Frank Carney der erste Pizza Hut eröffnet wurde. Dieses befindet sich inzwischen auf dem Campus der Wichita State University und ist ein kleines Pizza Hut Museum.

Und da Pizza Hut und Dr Pepper für uns irgendwie zusammengehören, war nach dem Besuch des Dr Pepper Museums das Pizza Hut Museum schlicht die einzig logische Entscheidung.

Funfact: der Name Pizza Hut wurde deshalb gewählt, weil auf dem Werbeschild nur Platz für acht Zeichen war. Da es aber definitiv das Wort „Pizza“ enthalten sollte, blieben nur noch drei Zeichen übrig. So kam „Hut“ hinzu, da das kleine Häuschen nunmal wie eine „Hütte“ (engl. „Hut“) aussah.

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