Bei der Routenplanung dieses Roadtrips musste ich von unserer üblichen Vorgehensweise „nicht so viele superlange Abschnitte hintereinander“ teils deutlich abweichen, um die enorme Gesamtstrecke (immerhin gut 5500 km) auf die interessanten Zwischenhalte zu verteilen. Deshalb finden sich in der ersten Reisehälfte ausschließlich Etappen, die teils deutlich über 300km pro Tag liegen.
Das macht einige der Tage zwar recht anstrengend, belohnt dafür aber in der zweiten Hälfte mit kurzen, entspannten Tagesetappen, wenn die Gesamtreiseausdauer langsam nachlässt.
So auch der heutige Abschnitt, der mit über 400 km nicht nur einer der längsten war, er verlief auch in weiten Teilen abseits der großen Interstates, was ihn damit auch zu einem der zeitintensivsten Abschnitte machte.
Pünktlich um 10:00 Uhr verließen wir Tulsa und unser liebgewonnenes Loft und genossen noch ein letztes Stück über die Route 66, bevor wir auf die Interstate in Richtung Arkansas auffuhren.
Diese erste Etappe über die Interstate brachten wir ohne Zwischenhalt über die Bühne und der erste Stopp war somit das Welcome Center Arkansas. Hier deckten wir uns wie auch schon zuvor mit interessantem Karten- und Flyermaterial ein und steuerten danach den nächsten IHOP an, um das Knurren unserer Mägen zu beenden.
Bei der Routenplanung hatte ich seinerzeit den Pigtrail Scenic Byway entdeckt. Diese wurde als besonders malerisch beschrieben und da wir damals bei unserem zweiten Roadtrip völlig begeistert von der Schönheit des Skyline Drive (ebenfalls ein Scenic Byway) waren, wollte ich auch den Pigtrail Scenic Byway unbedingt in die Route integrieren.
Dieser Abschnitt lag nun vor uns und ehrlich gesagt waren wir beide doch ein wenig enttäuscht. Ja, es war eine recht nette Fahrtstrecke durch einen Mischwald mit vielen Kurven und Berg rauf und wieder runter, aber auch nicht mehr!
Als Sauerländer könnte man es mit der Fahrtstrecke vom Repetal bis nach Oberveischede gleichsetzen: durchaus eine spaßige Strecke, aber definitiv keinen Umweg von über 130 km wert.
Im Welcome Center Arkansas hatte Nadine einen Flyer eines besonders schönen Buchladens in Fayetteville entdeckt, der sich mit einer kleinen Schleife direkt zwischen Pigtrail Scenic Byway und unserem Tagesziel Eureka Springs erreichen ließ. Da wir noch sehr gut in der Zeit lagen, stand ausgiebigem Stöbern nichts mehr im Weg.
Überraschenderweise zeigte sich Fayetteville als eine wirklich bezaubernd schöne Stadt, die von ihrem Stil her eher als nobler Vorort von London durchgehen könnte, keinesfalls erwartet man sie jedoch irgendwo im Nirgendwo in Arkansas.
Leider haben wir es beide versäumt, Fotos in Fayetteville zu machen- wir haben die Straßen einfach während der Fahrt auf uns wirken lassen. 🙂
Die letzte Fahrtetappe fand dann im Lichte der späten Abendsonne statt und verlief dann wirklich über eine malerische Landroute. Und hier holten wir dann beide (tatsächlich zum ersten Mal seit dem Verlassen von Tulsa) Kameras, Drohne und 360°-Kamera hervor und bannten die Eindrücke auf die Bildsensoren.
Die Galerie wird hier morgen noch erweitert



