Fünf Tage waren rum, heute hieß es „Auf Wiedersehen, Chicago!“ – aber wir sind uns bereits jetzt einig: es ist definitiv ein „Auf Wiedersehen“.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen (was wir inzwischen äußert routiniert hinkriegen- Planung ist alles 🙂 ) und brachten alles in unser Auto. Doch bevor wir uns auf den Weg machten, fuhren wir noch in das Nachbarviertel „Oak Park“, denn hier standen sowohl das Geburtshaus von Ernest Hemingway, das inzwischen ein Museum ihm zu Ehren ist, sowie das Haus, in welchem er seine Kindheit verbracht hat.
Beide Häuser liegen nur wenige Gehminuten auseinander und wir haben sie natürlich wieder mit einem Spaziergang durch eine unfassbar schöne Wohnsiedlung mit traumhaften Einfamilienhäusern verbunden. An so ziemlich jedem dieser Häuser könnten wir uns sehr gut vorstellen, den Namen „Groeling“ an den Briefkasten zu schreiben….
Aber nützte ja alles nichts, es war an der Zeit, Chicago zu verlassen und uns in Richtung Detroit zu bewegen. Da die Fahrtstrecke für einen Tag aber etwas zu lang gewesen wäre, haben wir einen Zwischenhalt in der Universitätsstadt South Bend eingeplant.
Auf dem Weg dorthin machten wir aber noch Halt am Ufer des Lake Michigan, um ein wenig Strandurlaub zu erleben- aber auch wenn es auf dem Bild anders aussieht: es war ziiiieeeemlich frisch und windig und so beließen wir es bei einem relativ kurzen Aufenthalt.
Schön war allerdings, dass man von diesem Punkt aus –gefühlt- am anderen Ufer des Sees die Skyline von Chicago erkennen konnte.
Weiter ging die Fahrt- und als wir ein Hüngerchen verspürten, probierten wir mal wieder etwas Neues aus: Wendy’s – eine Fastfoodkette vergleichbar mit McDonalds oder Burger King. Naja, sagen wir mal, es war ok- aber definitiv nichts Weltveränderndes. Die Pommes waren super! 🙂
Und dann fuhren wir durch den Ort Gary. Und waren schockiert: Eine Großstadt, die es irgendwie nicht mehr gibt! Wir sind minutenlang geradeaus durch Wohngebiete gefahren mit großen, mehrstöckigen Wohngebäuden- alles verlassen und aufgegeben! Riesige Firmengebäude und Fabriken, teilweise seit Jahrzehnten leerstehend und zusammengebrochen, teilweise ausgebrannt- wir haben sogar eine wirklich große Kirche gesehen, bei der das Dach und Teile der Seitenwände des Mittelschiffs einfach eingestürzt waren.
Ganze Einkaufszentren, Tankstellen oder Restaurants- mit Brettern vernagelt. Und zwischendrin an manchen Stellen dann doch noch ein paar Bewohner. Wir hätten uns das alles wirklich gerne mal genauer angeschaut, aber selbst bei Tageslicht sah diese Gegend nicht so aus, als sollte man da als Tourist mit der Kamera durch die Straßen spazieren.
Wir haben aufgrund unserer offenen Münder leider vergessen, während der Fahrt selbst Fotos zu machen, aber ich habe mal ein Youtube-Video verlinkt, dass ziemlich deutlich zeigt, was Gary noch – oder besser gesagt – nicht mehr ist.
Morgen früh geht es dann direkt weiter in Richtung Detroit- da werden wir die „Gary-Gegenden“ aber auslassen und uns den interessanten Teilen der Stadt zuwenden.





