Nach dem Aufstehen machten wir uns daran, unsere Koffer für die weitere Reise zu reorganisieren: um bei den weiteren Stopps nicht ständig beide großen Koffer aus dem Auto wuchten zu müssen, verstauten wir alles nicht täglich benötigte Reisezubehör in einem, alle wichtigen Utensilien in dem anderen.
Anschließend verließen wir Philadelphia und machten uns auf den Weg ins Lancaster County, das nicht nur ein sehr malerisches Fleckchen Erde ist, sondern auch für seine große Amish-Gemeinde und die Strasburg Rail Road bekannt ist.
Und wer meint, dass diese schwarzen Pferdekutschen gar nicht echt sind und heutzutage nicht mehr vorkommen, dem können wir sagen: Doch, sind sie- und es sieht total befremdlich aus, wenn einem ein solches Gespann auf der Straße zum ersten Mal entgegen kommt. Aber nach der siebten oder achten Kutsche hat man sich quasi dran gewöhnt 🙂
Leider war das Wetter heute wieder nicht sonderlich gut- ach, wem mache ich was vor? Sagen wir’s doch einfach wie es ist: es war totales Scheisswetter mit Dauerregen und 8 Grad und einem Wind, der sich innerhalb von Sekunden in die Körpermitte gefressen hat.
Aber dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen, der Strasburg Rail Road einen Besuch abzustatten. Gebucht hatten wir quasi das volle Programm: zunächst eine Führung durch die Werkstatthalle, in der die alten Loks repariert und restauriert werden, anschließend eine Fahrt im First Class Parlor Car, gezogen von einer 98 Jahre alten Dampflokomotive.
Leider war die Führung eine ziemliche Enttäuschung, da unser „Guide“ als Mechaniker zwar vermutlich unglaublich viel Fachwissen besitzt, das aber gar nichts bringt, wenn man den Menschen darüber nichts von selbst erzählt, sondern lediglich auf gezielte Fragen extrem technische Auskunft gibt, die höchstens ein Schlosser halbwegs nachvollziehen kann…. Aber egal- gucken war ja auch halbwegs interessant.
Und dann kündigte sich die No. 90 mit lautem Pfeifen an und fuhr in den Bahnhof ein. Es ist schon verflucht beeindruckend, wenn so ein riesiges Ungetüm schnaufend und fauchend im Schritttempo an einem vorbei fährt: überall raucht es, es bewegen sich Kolben, Gestänge, man riecht den mit Kohle versetzten Wasserdampf. Man hört das Stampfen der Schieberkästen, das Läuten der Zugglocke und das Quietschen der Waggonkupplungen und Achsen…
Und dann hieß es „Alles einsteigen“ – und schon nahmen wir im perfekt restaurierten Erste Klasse Waggon „Linn W. Moedinger No. 118“ in unseren drehbaren Veloursesseln Platz und warteten auf die Abfahrt.
Die Fahrt selbst ging dann vorbei an Farmen und Feldern bis wir etwa 45min später wieder in den Bahnhof einfuhren. Dann noch schnell im Souvenirshop ein paar Andenken eingekauft und dann ab ins neue Zuhause für die nächsten zwei Nächte….
Morgen geht es zur Feier des Tages ins beschauliche Hershey – ja, da wo die Schokolade herkommt! 🙂









