21. Mai: Chicago

„Guten Morgen…… oh, Regen!“

Ungefähr so fing unser heutiger Tag an – und da wir geplant hatten, heute ein paar Drehorte zu besichtigen, war das natürlich etwas suboptimal.

Der Besuch dieser Orte stand für diesen Urlaub auf meinem Wunschzettel und da wir schön lange in Chicago sind, war auch ausreichend Zeit vorhanden! Yippieh!

Der Regen war jetzt zwar nicht toll, aber hey, wir sind ja nicht aus Zucker – und angekündigte Regenschauer lassen auch die Hoffnung auf ein paar trockene Momente dazwischen.

Also ging es ab ins Auto und los Richtung Woodstock, Illinois. Dieser Ort liegt etwa eine Autostunde von Chicago entfernt und diente als Schauplatz des Films „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray als übellauniger Wetterreporter in einer Zeitschleife gefangen ist und ein und denselben Tag immer und immer wieder erleben muss. Dummerweise für ihn, ist es der Tag, an dem er sich im unaussprechlichen Punxsutawney, Philadelphia für eine Reportage über den Murmeltiertag aufhalten muss.

Interessanterweise gibt es den Ort Punxsutawney tatsächlich in Philadelphia und die feiern dort auch wirklich jedes Jahr den Murmeltiertag- aber den Produzenten des Films war der Ort nicht idyllisch und kleinstädtisch genug. Deshalb wurde der Film in Woodstock, Illinois gedreht.

Leider waren wir dann ein klein wenig enttäuscht, denn in den Bereichen, in denen der Film gedreht wurde, erinnert nur noch eine kleine Plakette an einer Hauswand daran. Gut, der Film ist von 1994 und es war auch nicht gerade „Der Herr der Ringe“, aber andere Städte halten dennoch die Fahne hoch für ihr kleines Stückchen „Hollywood“- wie z.B. die Stadt Wallace, die wir auf unserem letzten Roadtrip besucht hatten und die Schauplatz des Films „Dante’s Peak“ war.

Trotz allem war ich happy, ich hatte meine Fotos und Filmaufnahmen und wir zogen weiter zum nächsten Hotspot: dem Haus der Familie Bundy. Gestern hatten wir ja schon den Brunnen aus dem Vorspann, jetzt also das Haus, das seinerzeit als Stil Image für die Zwischeneinblendungen genutzt wurde.
Es ist bei Sitcoms und ähnlichen Serien üblich, dass hierfür einfach ein real existierendes Haus verwendet wird, da der Rest ja komplett im Studio gedreht wird. Im Vorfeld macht dann ein Team einfach ein, zwei, drei Fotos und/ oder Videos des Hauses und die werden dann immer wieder zwischen den Szenen eingeblendet.

Den letzte Movie Spot für heute erkennt man heute auf den ersten Blick nicht mehr so leicht. Vermutlich hätte ich selbst ihn im Vorbeifahren auch nicht gesehen, obwohl ich den zugehörigen Film bestimmt schon 100 Mal gesehen habe:

„The Breakfast Club“ aus dem Jahr 1985 zeigt fünf Teenager der „Shermer High School“, die aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen stammen und an einem Samstag zusammen nachsitzen müssen. Nahezu der gesamte Film findet in einem Unterrichtsraum, der Schulbibliothek statt.

Was sich anhört wie der langweiligste Film aller Zeiten, entwickelt durch die starken Dialoge und verschiedenen Sichtweisen der Akteure eine unglaubliche Dynamik.

Die Schulbibliothek selbst war ein reines Filmset, das in der Turnhalle der 1981 geschlossenen Main North High School aufgebaut wurde. Aber der Eingang der Schule wurde für die Eröffnungsszene verwendet.

Heute ist dieses Gebäude das Verwaltungsgebäude der Staatlichen Lotterie nebst angeschlossener Polizeibehörde. Vermutlich stehe ich jetzt auf irgendeiner schwarzen Liste, weil ich so viele Fotos eines Regierungsgebäudes gemacht habe- naja, ich werde es ja merken, wenn bei der Passkontrolle beim Rückflug die Handschellen klicken. 🙂

Am frühen Abend trafen wir wieder zu Hause ein und genießen wieder einfach nur einen ruhigen Abend. Tatsächlich können wir nur wiederholt feststellen, dass gerade diese regelmäßigen Erholungsabende die komplette Reise bisher deutlich entspannt. Die dritte Woche hat angefangen und von Reisemüdigkeit oder „Input-Überlastung“ wie beim zweiten Roadtrip keine Spur!

Morgen fahren wir nochmal in die Innenstadt- allerdings werden wir dieses Mal das Auto nehmen! Und vielleicht gibt es dann noch einen kleinen Drehort, den garantiert jeder kennt 🙂

2 Gedanken zu „21. Mai: Chicago

  1. Huhu!
    Chicago und gar kein Mobster content?
    Ist das so überhaupt zulässig?
    Wie wär’s denn wenigstens mit einem klitzekleinen Massakerchen?
    So’n harmloses, ganz kleines …

  2. Weltklasse!!!

    Vor allen Dingen, dass bei einem Foto die ausgedruckten Fotos hintereinander zu sehen sind – könnte ich sein, weil man die (auch aufgrund des Durchscheinens von Licht) irgendwie immer alle zusammen in der Hand hält.

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