09. Mai: Lancaster

Heute mussten wir das schöne Lancaster bereits wieder verlassen, doch bevor wir unsere Koffer in unser Auto brachten, bekamen wir von unserem Vermieter noch eine Führung durch das komplette Haus inkl. Einführung zu dessen Geschichte.

Evan erzählte uns, dass die Wohngegend noch vor einigen Jahren sehr runtergekommen war und vor der Tür sowohl Liebe, als auch „Medikamente“ käuflich zu erwerben waren.

Das Haus habe er vor vier Jahren gekauft, als das Viertel anfing, sich zum Besseren zu kehren. Gebaut in den 1870ern ist das Gebäude stark renovierungsbedürftig und wird nun von Evan Stück für Stück wieder hergerichtet. Das Obergeschoss ist noch nahezu unrestauriert und es befinden sich sogar noch die gasbetriebenen Zimmerleuchten an den Wänden und Tapeten von Anno Dazumal.

Wir werden auf jeden Fall weiter verfolgen was Evan aus dem Haus für ein Juwel mahen wird- im ersten Stock hat er ja schon richtig gute Arbeit geleistet!

Doch irgendwann mussten wir uns losreißen und weiterziehen. Auf dem Weg lag heute das Amish Village, ein Naturkundemuseum mit historischem Farmhaus, in dem uns die Lebensweise der Amish nähergebracht wurde. Naja, zumindest ein Stückchen, denn das Ganze war eher mäßig und nach gefühlt zehn Minuten abgefrühstückt. Also ging es nach einem kurzen Imbiss weiter in Richtung Baltimore.

Da die Strasburg Rail Road jedoch genau auf dem Weg lag, nutzten wir das heutige schöne Wetter, um noch ein paar Aufnahmen zu machen.

Auf der Fahrt fernab der Highways führte uns unser Weg plötzlich über einen Staudamm. Da wir bei der Überfahrt leider nicht viel erkennen konnten, versuchten wir, irgendwie neben den Staudamm zu gelangen und fanden nach ein paar Minuten einen schönen Parkplatz mit Campingtischen und Ausblick auf das tosende Wasser. Die Campingtische nutzten wir natürlich umgehend bestimmungsgemäß und beim Essen bemerkten wir, dass irgendwie viele Leute mit „dicken“ Kameras umhermarschierten und gezielt in den hinter uns liegenden Berghang blickten.

Und dann sahen wir auch weshalb: Der Bereich wird u.a. von Weißkopfseeadlern für die Brut genutzt und somit waren sie sehr präsent und perfekte Fotomotive. Günstig, dass ich zufällig bereits meine Spiegelreflexkamera rausgekramt und neben mir liegen hatte.

Während der Fotosession kamen wir noch ins Gespräch mit einem sehr netten älteren Herrn, der uns viel über die verschiedenen Vogelarten und deren Brutverhalten erzählte.

Wieder einer dieser besonderen, ungeplanten USA-Momente, die wir auf unseren Reisen so lieben!

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