Heute ging es in die Innenstadt von Chicago! Im Vorfeld hatten wir uns überlegt, das Auto zu Hause stehen zu lassen, um Parkgebühren zu sparen und stattdessen lieber mit „The L“ (für „elevated“ – da die Bahnlinien die meiste Zeit nicht nur oberirdisch, sondern deutlich über dem Straßenniveau „erhoben“ sind), in die Innenstadt zu fahren.
Mann, war das eine Scheissidee! Nicht nur, dass die Züge total ranzig und veraltet waren, sie fuhren auch über weite Strecken nur im Schneckentempo- und das Schlimmste war, dass mehr zwielichtige Gestalten und gescheiterte Existenzen in und um die Bahnen verkehrten als normale Passagiere.
Kurzum: wir fühlten uns in diesem Konstrukt so überhaupt nicht wohl und werden die nächsten Tage DEFINITIV das Auto für die weiteren Unternehmungen in und um Chicago nutzen!
In der Innenstadt angekommen, mussten wir allerdings erkennen, dass Chicago eine unglaublich schöne Stadt mit sehr vielen Facetten und tollen Perspektiven ist. Wir fingen an im Millenium Park, der u.a. für die Skulptur „Cloud Gate“ bekannt ist, gingen dann weiter zur Buckingham Fountain, einem riesigen Springbrunnen, der im Jahr 1927 gebaut wurde. Für mich war der Besuch des Brunnens ein ganz persönliches Anliegen, da er im Intro der Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ zu sehen ist und somit als Movie Location durchgeht! 🙂
Wir gingen anschließend entlang der Uferpromenade bis hin zum Navy Pier- eine Strecke, die auf den ersten Blick gar nicht soooo lang aussah, aber sich dann doch irgendwie ziemlich gezogen hat. Egal! Wir sind ja vermutlich nur einmal in Chicago! Also weiterlaufen!

Am Pier angekommen, kamen wir genau rechtzeitig für eine Architektur-Rundfahrt auf dem Chicago River. An Bord angekommen, sicherten wir uns natürlich die allerbesten Plätze ganz vorne und wenig später begrüßte uns unser Tourguide Sam, der uns die folgenden 75 Minuten sehr unterhaltsam durch die architektonischen Feinheiten der einzelnen Wolkenkratzer führte. Tatsächlich machte er seine Sache unglaublich gut und es war sehr spannend, quasi im Vorbeischippern zu erfahren, warum die Gebäude so aussehen wie sie es tun.
Interessanterweise erwähnte Sam, dass man das Gebäude des US Postoffice aus dem Film „The Dark Knight“ kennt- hier war es eine Bank in Gotham City, dem vom Joker ausgeraubt wurde. Und tatsächlich hatten Nadine und ich schon vorher vermutet, dass Chicago mit seinen vielen Verkehrsebenen die Vorlage für Gotham City gewesen sein könnte.
Nach der Bootstour gingen wir noch bis zum Ende des Piers und warfen einen ungefilterten Blick auf den Lake Michigan- dieses Mal jedoch im flüssigen Aggregatzustand (als wir im Dezember in Green Bay waren, war ja alles zugefroren…. ja, ist tatsächlich derselbe See- der ist halt unglaublich groß!)
Anschließend machten wir uns dann auf den Rückweg nach Hause, auch wenn uns ein wenig vor der Fahrt mit dieser gruseligen Bahn graute… Letztendlich war es dann aber nur halb so schlimm wie auf der Hinfahrt- dennoch werden wir hier von weiteren Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr absehen.
Insgesamt sind wir heute mehr als 15 Kilometer gelaufen und gerade genießen wir zur Entspannung das Trommeln des Gewitterregens auf unser Dachfenster direkt überm Bett, effektvoll untermalt von regelmäßigem Blitz und Donner!
Das Thema morgen lautet dann „Movie Locations“ – ihr könnt gespannt sein! 🙂








Der Zug vom O’Hare International Airport nach Chicago fährt stellenweise auch extrem langsam und die Fahrt zieht sich… Das würde ich von den anderen Zügen allerdings nicht behaupten. Ich bin auch ein wenig damit durch Chicago gefahren und das ging immer relativ zügig.
Aber welch ein Fauxpas, dass man sich im Vorfeld nicht darüber informiert hat, welche Gebäude und Orte in bekannten Filmen zu sehen sind. Sowas darf doch nicht passieren! 😉 Und was wurden hier für Filme gedreht! „Blues Brothers“, „Ferris macht blau“ (Die Schule habt Ihr ja besucht. Ist die gleiche, die in „The Breakfast Club“ zu sehen ist, was am gleichen Regisseur liegen könnte.), „Red Heat“, „The Untouchables“, „Batman Begins“, „The Dark Knight“, „The Batman“, „Payback – Zahltag“, „Auf der Flucht“, „Die Hochzeit meines besten Freundes“ und „Verhandlungssache“. Das ist ein schier unglaublicher Fundus an Drehorten… Aber das kann ein Grund sein, um die Stadt noch einmal zu besuchen.