22. Mai: Chicago

Das war heute wieder ein ziemlich guter Tag und wir haben noch einmal die Innenstadt von Chicago unsicher gemacht.

Dieses Mal allerdings haben wir es deutlich geschickter angestellt, unser Parkticket vorab online gebucht, dann in die Stadt gefahren, geparkt, fertig!

Dabei erwartet man ja eigentlich immer das totale Gegenteil, wenn man mit dem Auto in eine Großstadt fährt: Ständig Stau, alles eng, überfüllt und Parkplätze kriegt man sowieso nicht!

Chicago? –das totale Gegenteil!

An jeder Ecke steht mindestens ein Parkhaus, die Preise sind absolut in Ordnung (3-8 Stunden zum Festpreis von 15 Dollar) und die Straßen sind so breit, dass wir bei wenig Verkehr und grüner Welle quasi ohne Anzuhalten bis ins Parkhaus gekommen wären. Gut, der Bereich ums Parkhaus war gesperrt, weil heute wohl irgendein Marathonlauf war – aber selbst mit Umfahren der Sperrstellen hat es nur etwa 6 Minuten länger gedauert. Absolut beeindruckend!

Warum wir uns gestern den Krampf mit dieser Ghetto-Bimmelbahn angetan haben, können wir heute echt nicht mehr nachvollziehen….

So, wir waren also heute ab etwa 12:30 Uhr wieder in der City und sind einfach drauflos spaziert. Es ist unglaublich, wie groß diese Stadt ist. Und damit meine ich nicht nur die Höhe der Wolkenkratzer, sondern auch die Breite der Straßen, der Gehwege und einfach alles irgendwie! Es ist absolut kein Vergleich zu New York, wo alles sehr beengt und bis auf den letzten Quadratzentimeter bebaut zu sein scheint.


Chicago hat sich viel Platz gelassen- man kann die Augen tatsächlich wandern lassen, entdeckt überall irgendetwas Besonderes- ein kleines Kunstelement hier, eine besondere Sitzgelegenheit da. Hinzu kommen unglaublich viele Möglichkeiten, die Stadt zu Fuß zu erkunden- so gibt es entlang des Chicago Rivers einen fast durchgängigen Boardwalk, mit kleinen Restaurants, Anlegestellen für Boote oder gemütlichen Holzbänken, von denen aus man das Treiben auf dem Wasser beobachten kann.
Und zu keiner Sekunde hat man ein ungutes Gefühl, dass es irgendwie schmutzig oder „gefährlich“ ist. Es ist wirklich einfach nur eine total schöne Stadt, die sich offenbar in den letzten Jahren in eine verflucht gute Richtung entwickelt hat.

Interessanterweise bemerkten Nadine und ich zwei Parallelen zu anderen Städten:

Zum einen stellten wir fest, dass die Farbe des Wassers des Chicago Rivers das gleiche schöne Türkisgrün besaß wie die Kanäle, als wir vor einigen Jahren Venedig im Januar besuchten.

Die andere Parallele ist etwas…. nennen wir es mal „fiktiver“. Denn die Stadt, auf die wir uns beziehen, ist das nicht real existierende Gotham City aus Batman. Insbesondere die Art und Weise, auf wie vielen baulichen Ebenen in Chicago verschiedene Verkehrswege verknüpft sind, sich Licht und Schatten auf diesen vielen Ebenen unterteilen- genau so wird in den vielen Batman-Verfilmungen, insbesondere aber bei „Batman Begins“ die Unterwelt des zutiefst korrupten Gotham City porträtiert.

Nach  viereinhalb Stunden und 14km Fußmarsch zeigten sich dann aber leider die ersten Ermüdungserscheinungen und so machten wir uns dann –äußerst ungern- auf den Weg zurück zum Auto, denn vor der Heimfahrt musste ich noch einen markanten Drehort ansteuern 🙂

„Keviiiiiiiiiin!“

Den Abend lassen wir jetzt wieder- richtig, ihr wisst es schon: ruhig angehen!

Morgen ist die Zeit in Chicago schon wieder rum- erstaunlich, wie schnell fünf Tage vergehen!

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