18. Mai: Indianapolis

Heute hatten wir eine Menge Spaß. Angefangen dabei, dass wir super geschlafen haben, startete der Tag mit einem wirklich guten Continental Breakfast, bei dem Nadine und ich erneut versuchten, die Vorliebe der Amerikaner für Peanutbutter zu ergründen….. und weiterhin fragen wir uns: wie kann man sich das auf Toastbrot schmieren? Geschmacklich ist es ja gar nicht sooooo verkehrt, aber man kaut sich sowas von nen Wolf daran: erst saugt einem das Toastbrot die Spucke weg, dann rubbelt sich die Peanutbutter den Weg in Richtung Rachen… Ääääächz!

Nach dem Frühstück ging es wieder aufs Zimmer, um den Tagesablauf festzulegen.

Für den heutigen Tag hatte ich schon vor Wochen online Tickets für das freie Training der Indy 500 gekauft. Das Rennen selbst ist natürlich erst am Wochenende, aber da sind wir ja schon in Chicago. Damit Nadine dennoch etwas Rennatmosphäre abkriegt, kam mir die Idee mit den Trainingskarten.

Da es dort aber erst ab etwa 12h losging, war noch etwas Zeit. Durch Zufall entdeckte ich bei Google Maps, dass es in Indianapolis viele Collectible Stores (also Geschäfte, die sich auf alte Spielsachen, Comics und Sammlerfiguren spezialisiert haben) gibt – etwa zeitgleich fand Nadine heraus, dass hier vier Buchläden gibt, die Bücher zum halben Preis verkaufen.

Also legten wir eine genaue Route fest, wie wir am günstigsten alle Stores, Buchläden und die Rennstrecke in das zur Verfügung stehende Zeitfenster packen konnten:

Zum Warmwerden fingen wir mit „Hot Spot Collectibles and Toys LLC“ an- großartiger Laden mit einem sehr freundlichen Besitzer, mit dem wir ein nettes Pläuschchen hatten und der uns noch Tipps für die anderen Geschäfte gab. Nachdem wir UNSERE Einkäufe bezahlt hatten, wünschte er uns noch einen tollen Urlaub und schon ging es weiter zum ersten „Half-Price Books“.

Hier konnte Nadine wiederum ihr Glück kaum fassen und Regal für Regal wurde ihre Bücherwunschliste abgegrast. Ich vertrieb mir etwas die Zeit mit einem „How to learn German“-Buch 🙂

An der Rennstrecke angekommen, fing es dann natürlich an zu regnen. Leider war heute nahezu gar nichts los- und der immer stärker werdende Regen sollte die Situation für uns nicht besser machen.

Der Indianapolis Motor Speedway ist allerdings ein sehr imposantes Bauwerk von unglaublichen Ausmaßen. Es handelt sich hierbei um ein für Amerika typisches Oval mit Steilkurven und zahlreichen Tribünen entlang der Strecke. Aber um die Größe mal etwas zu veranschaulichen: im Inneren befinden sich nicht nur die üblichen Rennsportbereiche, wie z.B. Boxengasse oder Fahrerlager- man findet hier neben einem angelegten See auch einen kompletten Golfplatz (Golf! NICHT Minigolf!), eine Rennsportmuseum und ein voll ausgestattetes Krankenhaus. Ach ja: zusätzlich gibt es hier auch noch eine komplette Rennstrecke für andere Rennklassen. Wie bereits gesagt: Imposant!

Rennatmosphäre war aber leider die ganze Zeit nicht zu erleben. Der einzige Moment, der auch nur im Entferntesten etwas mit Motorsport zu tun hatte, war der Moment, als wir aus der Ferne in der Boxengasse das Starten eines Motors hören konnten. Für etwa 20 Sekunden. Kein einziges Auto auf der Strecke und aufgrund des miesen Wetters auch kaum Leute da. Da setzten wir dann letztendlich lieber unsere Pläne mit den weiteren Geschäften um.

Das allerdings äußerst erfolgreich: wir wurden in diversen Geschäften fündig und ich sehe schon wieder eine ausgedehnte Koffer-Tetris-Aktion zum Ende des Urlaubs vor mir liegen!

Morgen machen wir uns dann auf den Weg nach Chicago, wo wir insgesamt fünf Tage bleiben werden.

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