04. Juni: New Haven

Ok, also auf die letzten Tage hin will der Urlaub aber nochmal alles auffahren und richtig zeigen, wie schön es sein kann!

Ein erster Blick aus dem Fenster zeigte eine Besonderheit: Sonnenschein! Und zwar so richtig strahlend mit keiner einzigen Wolke am blauen Himmel! Ok, gefiel uns, konnte so bleiben!

 Direkt nach dem Check Out fuhren wir nochmal in das Stadtzentrum von New Haven, genauer gesagt zum Campusgelände der Yale University. Und da bleibt einem tatsächlich nur die Luft weg, wenn man da durch diese unfassbaren Anlagen lustwandelt. Irgendwie wirkte das fast schon wie aus einem Film…. So erhaben, so pompös- wie eine Mischung aus Hogwards und Edinburgh Castle…

Wir konnten u.a. die Yale Bibliothek betreten, da diese tagsüber für die Öffentlichkeit zugänglich ist- alles ist bis ins kleinste verziert, geschnitzt oder mit Säulen gestaltet, die Leseecken sind aus Leder, die Innenhöfe ein Gärtnertraum!

Tja, hat schon seinen Grund, warum Mama und Papa tiiiiiieeeeeef in die Tasche greifen müssen, um Junior oder Juniorin das Studium hier zu ermöglichen.

Aber irgendwann war die Parkuhr unseres Autos dann auch zum zweiten Mal abgelaufen und wir mussten uns langsam auf den Weg machen.

Unser erster Halt des Tages war das äußerst malerische Örtchen Southport. Von diesem habe ich eigentlich nur erfahren, weil unser Nachbar erwähnte, dass hier sein Lieblingsmaler Paul Landry gelebt hat. Und offenbar lebt hier inzwischen die Sorte Mensch, die ihre Kinder nach Yale schicken kann: ein traumhaft schönes Anwesen nach dem anderen, alle mit perfekt gestutztem Rasen, großzügigen Auffahrten oder natürlich persönlichem See-Anleger.

Kein Wunder, dass Landry gerne Bilder von Häusern gemalt hat – hier hatte er ja ausreichend eindrucksvolle Vorlagen! Also Danke für den Tipp, Guido! 🙂

Beim Halt an einer kleinen Brücke entdeckte Nadine dann wieder zwei Weißkopfseeadler hoch oben in den Bäumen- da musste ich dann natürlich wieder direkt die große Kamera auspacken.

Am Nachmittag suchten wir dann erneut einen „Stop and Shop“ auf, um für das geplante Picknick einzukaufen. Da wir beide Hunger bis unter die Arme hatten, hatte die Suche nach einer geeigneten Sitz- und Tischgelegenheit oberste Priorität. Aber aus leidvoller Erfahrung wissen wir, dass solche Picknicktische in den USA schwer zu finden sind (bei unserem letzten Urlaub sind wir mal knapp 80km durch die Prärie gefahren, bis ein Rastplatz kam!). Und fast genauso fühlte es sich hier an: wir sind über 30 Minuten gefahren, bis endlich das erlösende Sitzmöbel auftauchte.

Da es inzwischen auch schon wieder knapp 18h war, beschlossen wir, die weitere Route über die Interstates abzureißen- ehrlich gesagt hatten wir auch gar keine so große Wahl: ohne die Interstate durch New York City hätten wir einen knapp zweieinhalb Stunden langen Umweg nehmen müssen, was die Gesamtfahrtzeit auf fast fünf Stunden verlängert hätte.

Außerdem war es schon ziemlich interessant, an New York City quasi vorbeizufahren und Manhattan mit seiner Skyline mal von einer anderen Perspektive zu sehen!

Gegen 20 Uhr trafen wir dann in unserem Hotel in Belvidere, New Jersey ein- dieses hatte ich durch Zufall entdeckt und wir waren uns bei der Urlaubsplanung direkt einig, dass wir da unbedingt hin müssen!

Belvidere entpuppte sich überraschend als typische nette Kleinstadt mit tollen Einfamilienhäusern, schöner Landschaft und unfassbar vielen wilden Tieren- ungelogen: innerhalb von einer Minute haben wir kurz vor dem Überfahren der Ortsgrenze eine vierköpfige Murmeltierfamilie, zwei rote Kardinäle, zwei Rehe, einen Fuchs und einen Babyhasen  gesehen.

Reserviert hatten wir im Hotel Belvidere, das 1831 eröffnet wurde und wie aus einem Wildwestfilm entliehen scheint: zwei Geschosse, umlaufende Veranden- und offenbar vor kurzem erst vollständig renoviert- alles ist technisch auf neustem Stand, aber hat dennoch den Charme des alten Saloon-Gebäudes! Selbstredend, dass wir unser Abendessen auf der Veranda genossen haben!  🙂

Morgen findet in Belvidere ein ortsweiter Garagenflohmarkt statt- deshalb werden wir wohl ein paar Stündchen länger hier bleiben, bevor wir dann zum letzten Reiseort aufbrechen: es geht zurück nach Philadelphia!

Ein Gedanke zu „04. Juni: New Haven

  1. Ha!
    Ihr seid tätsächlich hingefahren und hattet auch noch schönes Wetter. Das freut mich jetzt aber!
    Ich denke auch, Southport ist inzwischen eine ziemliche Range Rover Community…
    Aber, tolle Häuser, weiße Zäune, blaue Hortensien… Heute lieber Golfen, oder doch Segeln…
    Aushalten könnte man es da bestimmt!
    Auch als Film Set gerne genommen:
    „Revolutionary Road“ mit Leonardo DiCaprio
    „And So It Goes“ mit Michael Douglas und Diane Keaton
    Wünsche Euch eine schöne, letzte Woche:
    Guido

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