29. Mai: Rapid City

Der heutige Tag hatte irgendwie alles Mögliche zu bieten: die Freude, das Hotel in Rapid City endlich verlassen zu können, ein beeindruckendes Stück vulkanischer Natur, einen erneuten Thunderstorm, ein Wahnsinnshotel, das die Messlatte wieder einmal um ein deutliches Stück nach oben gelegt hat und einen traumhaften Sonnenuntergang, welchen wir mit einer Herde Pronghorns geteilt haben.

 

Heute war der letzte Tag in Rapid City und wir waren nicht traurig, aus dem Hotel auszuchecken. Denn auch der Zimmerwechsel konnte nicht richtig darüber hinwegtäuschen, dass das Days Inn ein in die Jahre gekommenes, dringend renovierungsbedürftiges Hotel ist. Um es kurz zu sagen: Wenn man sich schon nicht auf die durchgesessene Couch begeben will, weil man das Gefühl hat, man ist nicht der einzige, der drauf ist und im Badezimmer Ameisen ihre Trampelpfade eingerichtet haben, dann will man gar nicht wissen, was noch alles unter der Haube schlummert.

 

Der Weg führte uns ins 220 Kilometer entfernte Gilette – ein Ort, der der letzte Zwischenhalt und irgendwie das Tor zu unserer anstehenden Wild-West-Etappe  ist. Doch vorher wollten wir unbedingt noch den Devils Tower sehen – ein 265 Meter hoher, magmatischer Berg und Amerikas erstes Nationalmonument (von Theodore Roosevelt am 24.09.1906 entsprechend ausgewiesen – aber jetzt genug der Geschichtsstunde 🙂 ).
Auf dem Weg dorthin regnete es allerdings in Strömen und die Sicht zog sich immer mehr zu – wir hatten schon die Befürchtung, dass wir vor einer Nebelwand stehen und den Tower höchstens erahnen können.

 

Doch es kam besser als erwartet: Die Sicht klarte etwas auf und die letzten  Nebelschwaden hingen am Gipfel des einsamen Berges und es sah ein wenig so aus, als wenn ein Vulkan die ersten Rauchsäulen formt. Und dann hörte sogar der Regen auf und wir konnten einige tolle Fotos machen.
Der Devils Tower war unglaublich beeindruckend- etwas Vergleichbares haben wir noch nicht gesehen und durch die senkrechten Furchen sah der Berg fast schon ein wenig surreal aus.
Aus dem kurzen Fotostopp wurden dann fast zwei Stunden und wir konnten uns gar nicht satt sehen.
Für uns ist der Devils Tower jetzt schon ein, wenn nicht sogar DAS Highlight des Urlaubs.

Doch irgendwann war es dann doch an der Zeit, weiterzureisen. Da Gilette für uns eher ein reiner Hotelzwischenhalt war, haben wir bei der Wahl des Hotels auf etwas „Komfort“ gesetzt und hatten bereits vor Wochen online eine Übernachtung in der  Arbuckle Lodge gebucht. Während der Buchung wurde uns dann plötzlich eine Luxussuite zum Preis eines Standardzimmers angeboten – na da sagt man doch nicht nein.
Selbst die freundliche Mitarbeiterin heute beim Check-In meinte anerkennend, „dass wir da aber einen klasse Deal gemacht hätten“!

Und dann ging die Zimmertür auf und der Unterschied zum vorherigen „Days Inn-Desaster“ hätte größer nicht sein können. Ich meine, BEIDES nennt sich Suite. Das eine ist eine verranzte Bude und das andere eine riesige, moderne, glänzende Prachthütte mit Erkerzimmer, in dem zwei Wildledersessel und ein Jacuzzi stehen. Und dann ist diese Luxussuite auch noch deutlich günstiger als die Bruchbude. Unglaublich.

Ganz ehrlich: dieses Hotel macht so ziemlich alles richtig und entschädigt total für die letzten Nächte. Wir waren kaum zwei Stunden da und fühlten uns schon heimisch. Und wäre das nicht schon gut genug, so war heute auch noch TACO TUESDAY! – für fünf Dollar so viele Tacos wie man will! Geil! 🙂

Nach den Tacos (die echt lecker waren) haben wir es uns in der Lobby vorm Kamin gemütlich gemacht, haben Glückrad und Jeopardy geguckt und Dame gespielt – amerikanische Entspannung pur!

Und nachdem mich Nadine zwei, drei Mal abgezogen hat, ging es zurück aufs Zimmer und wir genossen aus unserem Erker die Aussicht auf die weiten Felder hinter dem Hotel, die dort grasende Pronghorn-Herde und den Sonnenuntergang.

 

Hatte ich schon gesagt „Entspannung pur“? 🙂

 

Und mit American Pie 1 und 2 ließen wir den Abend dann ausklingen. Schade, dass wir morgen schon weiter müssen!

 

 

 

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