03. Juni: Yellowstone

Eigentlich hatte ich geplant, für unseren zweitägigen Yellowstone-Aufenthalt einen Gesamtbeitrag zu verfassen – was soll am zweiten Tag schon großartiges anderes passieren als am ersten, so daß sich zwei getrennte Beiträge lohnen würden?!

FALSCH GEDACHT! Heute bekamen wir nochmal die volle Dosis „Natur“ präsentiert.

Wir starteten heute morgen vom Eingang „Yellowstone West“ und passierten um Punkt 08:00 Uhr die Durchfahrtsschranke zum Park. Zunächst fuhren wir noch ein Stück der gestrigen Route, da wir hier aufgrund der einsetzenden Dunkelheit einige Geysire und andere Thermoaktiven Bereiche übersprungen hatten. Und auch wenn wir bereits einige Fontänen, Sprudler und Schlammblubbler gesehen hatten, so war doch jede heutige Stelle wieder so ganz anders wie die bisherigen. Insbesondere eines der Firehole-Geysire war beeindruckend, da man durch das klare Wasser die im Inneren entstehenden Druckwellen erkennen und sogar in Form von sehr dumpfen Stößen hören konnte.

Doch der wirklich interessante Teil (also NOCH interessanter als der bisherige Tag heute) kam, als wir fast schon mit der Tour durch waren. Denn ab diesem Moment meinte es die heimische Fauna richtig, richtig gut mit uns. Aber der Reihe nach:

Statt gereizter Hirschkuh lieber ein beruhigendes, niedliches Squirrel 🙂

Wir hatten unsere geplante Route durch und standen am Besucherzentrum in der Nähe des Nordausgangs, um zu essen. Wir machten es uns in einer der Picknickbereiche bequem und wurden dann quasi beim ersten Bissen von einer sehr netten Park-Rangerin angesprochen, ob wir diesen Picknickbereich im Interesse unserer eigenen Gesundheit bitte verlassen könnten. Direkt in Sichtweite habe sich eine Hirschkuh mit ihrem Nachwuchs niedergelassen und alleine heute bereits zwölf Parkbesucher attackiert. Dabei zeigte sie dann auch in ein naheliegendes Gebüsch, hinter dem wir den Kopf der Hirschkuh sehen konnten, die ihrerseits auch bereits in unsere Richtung blickte…… Ok, zickige Hirschkuh ist ein ernstzunehmender Gegner, Positionswechsel angemessen!

Beim Essen überlegten wir dann, was wir mit dem noch jungen Tag machen wollen. Für das Verlassen des Parks und unser Hotelzimmer war es noch etwas früh, also überlegten wir uns, wir fahren noch etwas weiter durch den Park. Vielleicht schaffen wir es ja sogar noch bis zum Lamar Valley (dies soll ein besonders weitläufiges, schönes Tal sein, in dem man sehr gut Tiere beobachten kann). Gesagt getan:

Weiter ging die Fahrt – und das war auch gut so: wir hatten wieder mehrere, teils skurile Begegnungen mit Büffeln, sahen endlich unseren ersten Groundhog (Murmeltier), mehrere Chipmunks (Streifenhörnchen) und als besonderes Highlight: eine Schwarzbärenmutter mit ihren zwei kleinen Rackern. Das war schon ziemlich aufregend und sehr niedlich anzusehen, wie die zwei da miteinander getobt haben.

Und als Tagesabschluss kamen wir tatsächlich noch im Lamar Valley an. Und es war unfassbar beeindruckend: da stand in diesem Tal eine Büffelherde mit unzähligen Tieren. Es war wirklich schwer zu schätzen, aber 700 oder vielleicht sogar über 1000 Tiere werden es gewesen sein. Das ganze dann zu sehen, wenn gerade im Radio passend der Soundtrack von „Der mit dem Wolf tanzt“ läuft, war schon echt ganzkörpergänsehautig!

Höchstzufrieden machten wir uns nun auf den Weg ins Hotel in Gardiner – nach insgesamt etwa 22 Stunden Yellowstone war es für’s erste Mal dann auch genug!

 

Wir können aber stolz vermelden, dass wir, mit Ausnahme eines Elches, tatsächlich alle Tierarten gesehen haben, die wir sehen wollten. Gut, für das Murmeltier haben wir auch teuer bezahlt – Nadine und ich sind in einen Schwarm ausgehungerter Mücken geraten. Dementsprechend zerstochen sind wir jetzt auch (ich habe alleine drei Stiche am Handgelenksknöchel, die Biester haben nicht mal VERSUCHT, ihre Attacken zu verbergen!).

P.S.: nebenbei schnappten wir auf, dass der, für uns so enttäuschende, Old Faithful gestern wohl tatsächlich etwas geschwächelt und nicht so wie sonst üblich „gezündet“ hat.

 

Ein Gedanke zu „03. Juni: Yellowstone

  1. Einfach nur wow! Was für ein unglaubliches Fleckchen Erde ❤ tolle Bilder, das war bestimmt sehr beeindruckend mit sen Büffeln! Die Landschaft ist wunderschön ?

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