15. Juni: La Connor

Der heutige Tag war äußerst ereignisreich und endete mit einem ordentlichen Knalleffekt!

Um neun Uhr saßen wir bereits im Frühstücksraum unseres Bed & Breakfast und naschten diverse frische Früchte, bis unser Croissant mit Rührei und Schinken kam. Anschließend mussten wir auch schon wieder zusammenpacken, da wir für zwölf Uhr im Boeing-Werk eine Führung gebucht hatten. Wenige Minuten später saßen wir dann im Auto und fuhren Richtung Seattle.

Das Seitenleitwerk einer 747 in Originalgröße

Bereits um Elf waren wir dann auch schon da – lieber zu früh als zu spät! Also gingen wir ins Welcome Center und sahen uns etwas um. Dieses gliederte sich in die Bereiche Empfang, einen großen Souvenirshop und eine Ausstellung, die die technische Entwicklung des Flugzeugbaus bei Boeing aufzeigte. Zu letzterer lud uns dann ein Mitarbeiter namens Scott ein. Er fragte uns, ob wir Lust auf eine kleine Führung hätten, die in wenigen Minuten losginge – und da bis zur „Hauptführung“ noch genug Luft war, waren wir natürlich dabei!

Umso erstaunter waren wir, als Scott plötzlich eine Art „exklusiver Privatführer“ wurde  und er Nadine und mir nach und nach die komplette Ausstellung und die gezeigten Exponate näherbrachte! Uuuuunglaublich klasse und äußerst interessant! Rechtzeitig zur Hauptführung beendete Scott seinen Rundgang und bedankte sich für unser Interesse. Ein echt netter Kerl!

Tina, unsere Gruppenführerin, begrüßte uns dann zur Werksführung. Nach einem kurzen Imagefilm ging es dann im Shuttlebus aufs Gelände. Zuvor hatten wir sämtliche Bild- und Tongeräte einschließen müssen, da entsprechende Aufnahmen strengstens verboten sind. Die Führung selbst lief unter dem Leitsatz „Wie mache ich eine Werksführung, in der ich allerdings nichts zeige?“ – sie war dennoch sehr interessant und man konnte in extra eingerichteten Gängen von Oben auf das Geschehen in der RIIIIESIIIIGEN Montagehalle (warum muss ich jetzt nur an „Geier Sturzflug“ denken???) blicken. Die Dimensionen waren schier unglaublich und real kaum zu erfassen – Da standen drei große Jumbojets hintereinander, als wären es Autos auf nem Fließband – gigantisch! Im wahrsten Sinne des Wortes!

Übrigens wieder ein Gebäudesuperlativ, der uns hier gezeigt wurde: War es im Urlaub 2014 in Florida noch das Vehicle Assembly Building im Kennedy Space Center als höchstes, eingeschossiges Gebäude, so befanden wir uns nun im – von seiner Grundfläche aus gerechnet- größten Gebäude der Welt! Tina warf uns dann ein paar Zahlen um die Ohren, die uns als Deutsche und Nutzer des Metrischen Systems so gar nichts brachten – dann aber erklärte sie, dass das Gebäude so riesig ist, dass das komplette kalifornische Disneyland darin Platz findet – und es wäre noch genug Platz für einen XXL-Parkplatz übrig! Wow!

Alles in allem ein äußerst lohnenswerter Besuch – insbesondere die Privatführung war einfach der Hammer!

Zur schnellen Stärkung ging es dann noch zum nahegelegenen McDonalds – während wir dort sitzend unsere Leckereien verspeisten, mussten wir feststellen, dass das Lokal in der DIREKTEN Einflugschneise des Boeingwerks lag – gelegentlich verdunkelte sich die Sonne und ein Jumbo zog knapp über dem Mekkes vorbei. Die Sonne verfinsterte sich, es drööööhnte und einen Augenblick später war es schon wieder vorbei! Hatten wir so in dieser Form auch noch nicht 🙂

Mit ausreichendem Zeitfenster machten wir uns auf den Weg in Richtung Seattle… So dachten wir jedenfalls – TOLLE Idee, freitags zur RUSH HOUR quer durch eine Großstadt zu wollen. Erst standen wir auf dem Freeway im Stau, dann quasi die doppelte Zeit nochmal in der Stadt selbst – wir schafften es so gerade, vor unserem geplanten Stadionbesuch in unserer Ferienwohnung vorbeizufahren, um mal eben das Gepäck aus dem Auto zu schmeissen.

Dann ging es auch schon wieder los , denn im Vorfeld hatten wir uns bereits Karten für das Spiel der Seattle Mariners gegen die Boston Red Sox bestellt – ZUM GLÜCK! Denn wie wir dann heute erfuhren, handelte es sich hierbei um ein Highclass-Turnier, das vollständig ausverkauft war! Leider waren wir aufgrund des Staus nicht in der Lage, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, deshalb mussten wir auch in den sauren Apfel beissen und für’s Parken saftige 50 (FÜNFZIG) Dollar blechen. Tat erstmal weh, aber als wir dann das Safeco Field Stadium betraten, war das schon wieder vergessen!

 

 

MANN, vergleiche ich diese Stadionatmosphäre mit der eines schnöden Fußballspiels, dann bleiben tatsächlich KEINERLEI positiven Worte mehr für den Fußball: Sei es die Inszenierung des Spiels, der Fan-Support, die Stimmung oder einfach nur die Tatsache, dass die einzigen Polizisten, die man gesehen hat lediglich für die Verkehrsregelung da waren. Hier GIBT es keine dummen Arschlöcher, die dem Anderen einfach eins auf die Fresse hauen wollen, nur weil er den Schal der Gegenmannschaft trägt. Das Ganze hier ist ein Event für die ganze Familie, die Stimmung ist unfassbar positiv und das Schlimmste, was man hier an „Rivalität“ mitbekommen kann, ist ein dezentes Raunen oder auch mal ein „Buuuuh“, wenn der Gegner den Ball richtig gut getroffen hat. Einfach toll!
Da saßen wir nun, total im Baseballfieber, ich knabberte an meinem allerersten Corndog (wird auch mein letzter sein- Amis essen komische Dinge), während sich Nadine irgendwas teigartiges mit zwei Kilo Puderzucker einverleibte. Oh, dabei fällt mir ein:

 

 

Security Advice: Schwarze Jacke, Puderzucker und Gegenwind sind eine ungünstige Kombination – musste Nadine auch feststellen – im Durchgang zum Stadioninnenraum war es etwas windig – und plötzlich war Nadine ein umgekehrter Dalmatiner 🙂

 

Natürlich, dank UNSERER Anwesenheit, gewannen die Seattle Mariners das heutige Spiel und die Stimmung tobte eh schon, als zum krönenden Abschluss des Tages noch ein gigantisches Feuerwerk gezündet wurde. Musiksynchron unter Einbindung der Video- und Lichttechnik des Stadions! Ich muss es wieder sagen: MEGAGEIL!
Dagegen stinken auch die Kölner Lichter ziemlich ab!

 

Mit einer mächtigen WOW-Stimmung ging es ab nach Hause, wo ich jetzt noch hochmotiviert (es ist 02:28 Uhr) an diesem Eintrag schreibe…. schrieb!

Für heute reicht’s erstmal! Jute Nacht!

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