02. Juni: Yellowstone

Mann, was haben wir wieder gut geschlafen. Glücklicherweise zeigte sich das Wetter heute von einer deutlich besseren Seite – gestern Abend bei Regen einzuschlafen hat nicht gerade viel Hoffnung für unseren heutigen Yellowstone-Besuch gemacht. Doch wir wurden eines Besseren belehrt!

Nadines Befürchtung, dass sie keine Büffel sehen würde, wurde noch vor Erreichen des Eingangs zum Park zerschlagen. Da stand er plötzlich – direkt am Fahrbahnrand und guckte uns an – ein riesiger Haufen Fell und vornedran: ein fast genauso riiiiesiger Haufen Kopf! Ein Gigant!

Um 11:00 Uhr durchquerten wir nach Entrichtung der Zufahrtsgebühr (35 Dollar pro Auto/ 7 Tage) das Osttor und waren nun endlich drin: im Yellowstone Nationalpark. Ich muss jetzt einfach mal ein wenig vorweg greifen und euch mitteilen, dass dieser Park das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Beeindruckendste ist, was unsere Natur je hervorgebracht hat. Manche Bereiche, die aussehen, als wären sie aus einer fremden Welt eines Hollywoodfilms entsprungen: dampfende Erde, brodelnde Geysire und  schillernd glänzende Farben an den Kraterränden. Und dann nur wenige Meter weiter fast unberührte Wälder, die zu langen Wanderungen einladen, jedoch stets begleitet von großen Warntafeln, dass der Yellowstone Park gefährlich ist und man den hier lebenden Tieren mit gebührendem Abstand begegnen soll. Ein wirklich guter Ratschlag und doch konnte man immer wieder die Dummh***, äh den Leichtsinn anderer Parkbesucher beobachten, die die empfohlenen Sicherheitsabstände deutlich unterschritten – nur für ein tolles Foto.

Zunächst ging es für uns -im wahrsten Sinne des Wortes- steil bergauf und nur wenige Minuten später waren wir wieder mitten im Schnee. Natürlich wieder nur die schmelzenden „Reste“, aber deutlich mehr als noch vor einigen Tagen auf dem Pass der Bighorn Mountains. Das Tauwasser formte an unendlich vielen Stellen kleine Rinnsale, Bäche und teilweise sogar richtige Wasserfälle – wunderschön!

An den Ufern des gigantischen Yellowstone-Sees suchten wir uns dann eine kleine Sitzgelegenheit und genossen mit Wald und Wiese im Rücken und Seeblick nach vorne unser Frühstück – natürlich immer mit wachsamen Augen auf unsere Umgebung.

Wer will schon seit Frühstücksbaguette mit einem Bären teilen?!
Und plötzlich….. raschelte es in einem Gebüsch hinter uns. Es war zu klein für einen Bären, aber dennoch deutlich erkennbar. Und auf einmal gucke ein Streifenhörnchen (Chipmunk) aus den Ästen hervor und hoppelte an uns vorbei – immer auf der Jagd nach einer leckeren Nuss oder was auch immer Chipmunks als Frühstück attraktiv finden. Sehr, sehr, sehr niedlich der kleine Alvin (für Simon war’s zu klein – und für Theodor war der Hüftbereich nicht ausgeprägt genug 🙂 ).

 

Während der heutigen Tagestour war es mal wieder kaum möglich, alles zu sehen, weil irgendwie alles einfach sehenswert war! Sei es dieser gigantische See, der riesige Waldbereich mit abgestorbenen, größtenteils umgefallenen Bäumen (hier muss in den letzten Jahren ein verheerendes Feuer gewütet haben) oder die Stellen, an denen man sehr deutlich erkannte, dass man sich im Krater eines GIGANTISCHEN Vulkans befindet.

Für mich am faszinierendsten waren jedenfall genau diese Bereiche mit geothermaler Aktivität – also da, wo es dampfte, blubberte oder manchmal auch das Wasser nach oben schoss. Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Tal der Toten aus dem gleichnamigen Film Winnetou-Film. Genau so hat es sich angefühlt: überall brodelte es, es stieg Dampf auf und man konnte ihn riechen, den Atem Manitous. Und mittendrin? da steht natürlich wieder der ein oder andere Büffel. Wir konnten uns gar nicht sattsehen.

 

 

Old Faithful hingegen war weder für Nadine, noch für mich sonderlich beeindruckend. Ja ok – es sieht schon toll aus, wenn das Wasser in einer hohen Fontäne aus dem Boden geschossen kommt, aber ob das jetzt dieses ganze Bohei nötig ist, das die für das Ding machen? -ich weiß es nicht. Wir fanden die anderern Geysire bisher jedenfalls tausend Mal spannender und fotogener!

 

 

Die erste Etappe des Parks haben wir jetzt schon hinter uns und sie war von Anfang bis Ende ein durchgängiges WOW (von der Wartezeit auf Old Faithful mal abgesehen)- kurz vor Verlassen des Parks mussten wir sogar einen kurzen Zwangsstopp einlegen, da sich eine Büffelherde unsere Straße als Rastplatz ausgesucht hatte. Und wenn ein Büffel meint, die Straße gehört ihm, DANN GEHÖRT DIE STRASSE IHM! 🙂

Jetzt sind wir im Hotel und bereiten uns auf die Nachtruhe vor – morgen wollen wir deutlich früher im Park sein, am aktivsten sind die Tiere wohl gegen 08:00 Uhr – das wollen wir doch erleben!

 

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