Mann, haben wir gut geschlafen – also dieses Hotelbett hat sich wirklich eine Extralob verdient!! 🙂
Der heutige Tag bestand auf’s wesentliche reduziert praktisch nur aus der Fahrt von Minneapolis nach Des Moines und ist mit gut 450 Kilometern drittlängste Tagesdistanz dieses Roadtrips. Dennoch war es ein wirklich toller Tag mit interessanten kleinen und überraschenden Erlebnissen.
Direkt nach dem Auschecken machten wir uns auf den Weg zur nächsten Tankstelle, denn unser Reisepanzer lief praktisch nur noch mit Benzindämpfen- ehrlich gesagt hatte ich gestern die Tankanzeige völlig außer Acht gelassen, sind wir doch seit Jahren Tanken praktisch nicht mehr gewohnt 🙂
Aber wir haben es tatsächlich noch die 1,2km bis zur Tankstelle geschafft und mussten nach dem Vollmachen wirklich erstmal kurz schlucken: 120 US-Dollar für eine Tankfüllung (gut 25 Gallonen, also etwa 95 Liter) – für deutsche Verhältnisse traumhaft, hier aber eher Preisschock! Im Dezember haben wir für die Gallone etwa 2,90 Dollar bezahlt – jetzt lag sie bei 4,17 Dollar!
Könnte an diesem komischen Krieg liegen, den dieser orange-blonde Kaiser angezettelt hat, aber wer weiß das schon!
Wie auch immer… Frisch betankt machten wir uns also auf den Weg in Richtung Des Moines.
Unmittelbar nach Überquerung der Iowa-Staatsgrenze kam zuverlässig der Wegweiser zum örtlichen Welcome Center – also runter vom Highway und fröhlich eingekehrt!
„Welcome Center“ hatte ich ja bereits vorgestern erwähnt, aber gar nicht erläutert, was das ist: Welcome Center sind die Touristeninformationszentren der jeweiligen Orte oder Bundesstaaten und sind häufig an großen Hauptverkehrsadern angesiedelt. Hier bekommt man nicht nur unendlich viele Broschüren zu interessanten Orten, Unternehmungen oder Attraktionen, hier arbeiten häufig auch äußerst engagierte Mitarbeiter, die einem bereitwillig zu lohnenswerten Zielen Auskunft geben.
Das Welcome Center Iowa gehört mit zu den schönsten, die wir je besucht haben, war optisch einer typischen, roten Scheune nachempfunden und auch im Inneren mit viel Liebe zum Detail aufgebaut.
Wir erkundeten also die o.g. Broschüren, als wir von einem älteren Mitarbeiter angesprochen wurden. Daraus ergab sich ein dann ein gut 20minütiges, sehr kurzweiliges Gespräch und der Herr erzählte uns einige äußerst interessante Anekdoten zu Iowa, der Prohibition und der Kreativität der Bewohner selbige zu unterwandern. Zusätzlich versorgte er uns noch mit ein paar handverlesenen Broschüren zu sehenswerten Unternehmungen. Absolut großartig!
Das wirklich schöne Gebäude verleitete mich dann auch dazu, meine neue Drohne für ihren ersten Einsatz in den Himmel zu schicken.
Das Welcome Center IOWA
Unsere Essenspause verbrachten wir wieder auf einem der schönen Rastplätze mit allen Leckereien, die unsere Kühlbox hergab. Abgesehen von einer etwas steifen Brise war das Wetter auch absolut picknickwürdig. Aber was will man erwarten auf einem Landstrich, der so flach ist und aus großen Teilen aus Prärie besteht, so dass man heute schon sehen kann, wer morgen zum Mittagessen kommt 🙂
Nach dem Essen und der Toilettenpause bemerkte ich auf dem Weg zurück zum Auto rechts neben mir etwas flinkes im Gras. Es hat sich nicht mit Namen vorgestellt, aber es war äußerst zutraulich und blieb neugierig in unserer direkten Nähe (immer mit einer Armlänge Abstand) und ließ sich bereitwillig fotografieren.
Eine KI-Recherche half uns dann auch bei der Klassifizierung des kleinen Fellflitzers: ein Dreizehn-Streifen-Hörnchen – gänzlich bezaubernd!
Im weiteren Verlauf der Fahrt erregte der Name einer Ausfahrt unsere Neugier. Story City – also direkt raus und hingefahren. Weil wir es können!
Story City ist grundsätzlich eine typische Kleinstadt mit einer Mainstreet und den umliegenden Wohnvierteln, aber dennoch irgendwie ganz anders: Die Hauptstraße war ungewöhnlich breit, der Asphalt von fast gewollt chaotischen Brüchen durchzogen. Die örtliche Highschool lag wie üblich am Ortseingang, aber auch das Football-Field war direkt an der Straße und offenbar ist man in Story City sehr stolz auf sein Team, denn alles sah picobello aus!
Alles in allem wirkte Story City sehr beschaulich. Hier kennt man sich, hier ist das Leben gemütlich und die Welt vermutlich noch so richtig in Ordnung.
Auf den letzten Fahrkilometern sahen wir dann noch einen Tesla Cybertruck, der in gleicher Richtung unterwegs war- endlich konnte ich mir ihn auch mal in Bewegung ganz genau ansehen. Und ich bleibe dabei: so sehr ich auch anfangs über dieses Teil gelacht und Herrn Musk für dieses „Ding“ AUSgelacht habe, umso geiler finde ich ihn, nachdem ich ihn mir in Realität angesehen habe.
Und ja, wäre er in Deutschland erhältlich, würde ich ihn höchstwahrscheinlich direkt bestellen 🙂
Jetzt sitzen wir in unserem nächsten besonderen Domizil für die kommenden drei Tage: einem kleinen Haus namens The 1947 House – super urig eingerichtet, als wäre man bei der amerikanischen Oma zu Besuch. Echt toll!









