14. Mai: Albuquerque

Heute klingelte der Wecker bereits um 04:45 Uhr, denn heute konnte Nadine ihr Geburtstagsgeschenk einlösen:

Nach dem Anziehen machten wir uns direkt auf den Weg zu Rainbow Ryders, denn ich hatte zwei Flüge, oder besser gesagt Fahrten in einem Heißluftballon bei Sonnenaufgang gebucht.

Vor Ort angekommen gab es eine kurze Einweisung und dann ging es auch direkt los zum Startplatz. Es war beeindruckend zu erleben, wie routiniert und effizient die Jungs von Rainbow Ryders ihre Fluggeräte auspackten und startbereit machten. Nach gefühlt fünf Minuten war der erste („unserer“) von sieben Ballons bereits aufgerichtet und wir durften in den Korb klettern.

Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte mir im Vorfeld ein wenig Sorgen gemacht, wie sich Ballonfahren anfühlt und auch Nadine erwähnte ein dezentes Kribbeln bzgl. möglicher Höhenangst.

Aber wir waren total überrascht, wie sanft sich unser Heißluftballon bewegte. Tatsächlich haben wir den Moment des Starts überhaupt nicht mitbekommen und bemerkten erst ein paar Höhenmeter später, dass wir bereits in der Luft waren.

Interessanter Fakt am Rande:
Allein der Stoff des Ballons hat ein Eigengewicht von etwa 400 Kilogramm, zusammen mit Korb und Passagieren schweben über 1,5 Tonnen in den Himmel – lediglich angetrieben durch heiße Luft!

Die Fahrt war einfach großartig! Es fühlte sich tatsächlich überhaupt nicht wackelig an und es schaukelte auch nichts. Man hatte auch nicht das Gefühl mehrere Hundert Meter irgendwo in der Luft zu hängen. In Gegenteil – es war eine so sanfte Fahrt, es war viel eher, als würde man durch die Luft getragen.

Hinzu kam, dass wir endlich perfektes Wetter bei nahezu wolkenlosem Himmel hatten. Wir schwebten die erste Zeit nur einige wenige Meter über dem Boden und zogen gefühlt eine Armlänge über die Hausdächer eine Wohnsiedlung hinweg. Anschließend legten wir unter lautem Fauchen der beiden Gasbrenner einige Höhenmeter zu und in diesem Moment tauchte die Sonne hinter einem Berg auf und begrüßte uns mit ihren Strahlen.

Insgesamt waren wir mit sieben Ballons unterwegs und 50 Minuten in der Luft und legten etwa 17 Kilometer zurück. Ein kleines Highlight für uns war, über die Route 66 hinweg zu schweben, nachdem wir gestern noch darüber gefahren waren.

Die Landung war etwas überraschend, als unser Pilot sagte „Ich werde den Baum da vorne zum Bremsen nutzen!“ – wenige Augenblicke später marschierte unser Passagierkorb dann unter lautem Blätterrascheln und Astknacken durch eine Baumkrone. Und eine Minute später waren wir dann auch schon unten und keine fünf Minuten später war der Ballon durch die Bodencrew auch schon wieder luftleer und verstaut. Respekt.

Zum Abschluss gab es dann für jeden noch eine dezente Mimosa (Sekt + Orangensaft + Cranberrysaft), von denen wir aber lediglich einige wenige Schlücke nahmen- wir mussten ja später noch fahren! 😊

Zurück im Hauptquartier der Rainbow Ryders gab es dann noch ein Teilnahmezertifikat und wir shoppten noch ein, zwei Souvenirs- und bereits um 08:45 Uhr waren wir zurück im Hotel – gerade noch rechtzeitig, um noch ein kleines Complimentary Breakfast abzugreifen.

Danach ging es für ein Powernap zurück aufs Zimmer, um dann um Punkt 11 Uhr auszuchecken.

Das Fernziel des heutigen Tages war dann Las Cruces, etwa 400 Kilometer weiter südlich. Doch zuvor besuchten wir in Albuquerque noch eine besondere Straßenkreuzung, denn dort kreuzt die Route 66 die Route 66.

Route 66, Ecke Route 66 – man beachte die kleinen braunen Schilder an den Ampeln 🙂

Ja, ihr habt richtig gelesen- die berühmte Straße kreuzt sich selbst, das ist absolut einmalig und auf eine Routenverlegung im Jahr 1937 zurückzuführen.

Anschließend besuchten wir noch einen kleinen Bookstore, den ich für Nadine im Vorfeld rausgesucht hatte und danach ging es ins legendäre Route 66 Diner, das ganz im Stil der 50er Jahre in weiß, türkis und rosa erstrahlt, in dem wir uns jeder einen leckeren Burger servieren ließen.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg in Richtung Las Cruces und rissen die komplette Distanz quasi nonstop ab. Wir verließen lediglich ein Mal die Interstate, da uns der Name eines Ortes neugierig machte: Truth or Consequences.

Der Ort war weiter nicht auffällig, aber wir konnten auf einem Historical Marker herausfinden, wie er zu seinem ungewöhnlichen Namen kam:

Bis 1950 hieß der Ort etwas einfallslos Hot Springs („Heiße Quellen“), wegen seiner -naja-  heißen Quellen. Dann änderte man den Namen in „T or C“ aufgrund einer gleichnamigen Radioshow.

Auf dem Weg zurück zur Interstate kamen wir dann noch am Ufer des Rio Grande vorbei, was wir für eine kurze Pause und einen kleinen Drohnenflug nutzen. Allerdings war es etwas zu windig, so dass sich die Drohne per Warnmeldung bei mir beschwerte, dass sie den Weg evtl. nicht mehr zurück schafft. Also landete ich lieber – sicher ist sicher!

Jetzt sitzen wir unserem gemütlichen kleinen AirBNB-Haus und lassen den Tag entspannt ausklingen, damit wir morgen für den nächsten Nationalpark bereit sind: das White Sands Memorial.

P.S.: Ja, ich weiß- im „Aktuell sind wir in“- Bild ist ein Tippfehler 🙂

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