13. Mai: Española

Den heutigen Tag könnte man als Blaupause nutzen, um das perfekte Roadtrip-Erlebnis zu skizzieren.

Bereits um 08:00 Uhr öffneten wir ausgeschlafen unsere Augen und sahen strahlend blauen Himmel. Das Frühstück im Bett bestand heute noch einmal aus köstlichen BaconEgg-Brötchen Kuchen und einer eisgekühlten Dr. Pepper.

So geräumig war unser Trailer

Etwas wehmütig (weil wir dieses urgemütliche Domizil verlassen mussten) packten wir dann unsere Siebensachen ins Auto, machten noch ein paar Dutzend Erinnerungsfotos vom Trailer und machten uns auf den Weg ins etwa 150km entfernte Albuquerque. Zu unserer Freude hatte das kalte Wetterintermezzo offenbar sein Ende gefunden und die Temperaturen stiegen mit jedem gefahrenen Kilometer.

Da ich noch sehr gerne einen Filmspot von Convoy mitnehmen wollte, fuhren wir einen nicht ganz so kleinen Umweg, doch dies sollte sich wieder mal als richtige Entscheidung herausstellen: die gewählte Route war derart malerisch, dass wir mehrere Male anhalten und Bilder machen mussten. Auch die Drohne konnte wieder beweisen, dass sie ihr Geld wert war und lieferte beeindruckende Bilder aus völlig neuen Perspektiven.

Doch dann gab es einen kurzen Schreckmoment, denn nach einer Landung in feinem Schotter zeigte das Gimbal (dient zum Stabilisieren der Kamera im Flug, vergleichbar mir einem Schwebestativ) eine Fehlfunktion an. Offenbar war ein winziges Staubkorn in die Mechanik geraten und hinderte die Motoren nun daran, sich frei zu bewegen.
Ärgerlich! Zumal ich immer auf soliden Untergründen lande, in diesem Fall aber der Schotter die einzige Option war. Glücklicherweise gelang es mir, die Mechanik durch sanftes Pusten wieder von ihrem Fremdkörper zu befreien und weiteren Flügen stand nichts mehr im Weg.

Am Filmspot angekommen machte ich dann eifrig meine Aufnahmen – und dabei stellten wir fest, was für ein irre schönes Fleckchen Highway wir da für uns entdeckt hatten: die Straße war offenbar kürzlich frisch geteert worden und um uns herum war nichts außer „unberührte“ Natur. Hinzu kam, dass nahezu kein Fahrzeugverkehr herrschte und so nutzen wir die Gelegenheit, um ein paar Fotos MITTEN AUF DEM HIGHWAY zu machen. Und das hat richtig Spaß gemacht 😊

Als nächsten Halt hatten wir das kleine Örtchen Madrid geplant. Dieses liegt zwischen Santa Fe und Albuquerque am Scenic Turquoise Highway und wurde ebenfalls in diversen Filmen gezeigt. U.a. wurde hier „Born to be wild“ mit John Travolta, Tim Allen und Martin Lawrence gedreht.

Madrid

Auf dem Weg dorthin bemerkte ich auf dem Hof einer Dorfkirche einen kleinen Bücherschrank, eine so genannte „Little Free Library“- und da Nadine es liebt, in solchen Schränkchen auf Schatzsuche zu gehen, drehte ich um und wir hielte an.

Während Nadine also stöberte, fuhr ein Auto auf den Kirchenplatz, der gleichzeitig auch der Standort sämtlicher örtlicher Briefkästen war. Im Fahrzeug saß ein älterer Mann namens Morgan, der seine Post holen wollte und mit Blick auf unser Kennzeichen sagte er „Oh, you’re from California?“ (Mietwagen haben häufig ein kalifornisches Nummernschild), Ich erwiderte, dass es ein Mietwagen sei und wir aus Deutschland kommen. Und so kamen wir ins Gespräch: wir erzählten ihm, dass wir in Richtung Texas unterwegs seien und er erzählte daraufhin, dass er ursprünglich aus Texas stamme- er habe als Kind sogar Elvis Presley getroffen, noch bevor dieser berühmt war. Elvis habe aus dem Kofferraum seines Autos heraus seine erste Schallplatte verkauft, die er in den Sun Studios in Memphis zuvor aufgenommen hatte. Er zeigte uns dann noch ein paar Fotos von damals und nach gut zehn Minuten netter Plauderei verabschiedeten wir uns.

Kurz vor Erreichen des Hotels sahen wir dann einen Wegweiser, der uns darauf aufmerksam machte, dass sich abseits der Interstate ein Stück der historischen Route 66 befindet. Und da wir zwar schon mehrfach auf ihr gefahren sind, allerdings noch nicht in New Mexico, ging es direkt runter von der Navistrecke und ab auf die Mother Road!

Etwa gegen 17:30 Uhr trudelten wir dann in unserem Hotel ein und marschierten direkt nachdem wir unser Gepäck ins Zimmer gebracht hatten in den hoteleigenen Pool, um uns ein wenig abzukühlen (ja, SO WARM war es inzwischen!). Nach gut 30min Bahnenziehen gab es auf unserem Zimmer ein köstliches Abendmahl und der obligatorischen Tagebuchschreiberei.

Tja, und dann war dieser perfekte Tag auch schon rum und es war Zeit für’s Bett, denn morgen müssen wir ganz, ganz früh aufstehen, denn wir haben etwas ganz, ganz Besonderes vor….

In diesem Sinne: Gute Nacht! 😊

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